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Spende für die Zeitenwende?

22. Dezember 2022

Zeitenwende – diesen Begriff kürte eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2022. Das Wort bezeichnet eine Zäsur, einen Umbruch, ein Nachher, in dem sich gegenüber vorher nicht weniger als ALLES verändert hat, so dass es ge-gebenenfalls sogar eine neue Zeitrechnung rechtfertigt, wie es anlässlich der Geburt Jesu (4.v.Chr.), die wir seit mehr als 2000 Jahren jährlich an Weihnachten feiern, der Fall war.

Den Schuss nicht gehört

Ob das Wort Zeitenwende in Bezug auf den russischen Überfall auf die Ukraine durch Olaf Scholz klug gewählt war, sei dahingestellt. Viel angemessener jedoch wäre es für eine Entwicklung, die sich im vergangenen Jahr bedrohlich zuspitzte, und zwar nicht nur für einzelne oder eine Gruppe von Bevölkerungen, sondern für die Menschheit als Ganze: den Klimawandel. 

Das Jahr 2022 ist auf dem besten Weg, als das wärmste weltweit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte einzugehen. Hitzerekorde um die 50 Grad im Iran, in Indien und Pakistan, Dürren in Äthiopien und Ostafrika, ausgetrocknete Seen, eine Rekordzahl an Waldbränden weltweit. Wer nach dem wärmsten Sommer aller Zeiten, der auch in Stuttgart seine Spuren hinterlassen hat, noch weitermachen will, wie bisher, der hat, flapsig gesagt, den Schuss nicht gehört.

In Stuttgart Zeit verplempert

Es ist ein offenes Geheimnis, dass das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 nicht mehr zu erreichen und das noch verbleibende Co2-Budget quasi aufgebraucht ist. In Stuttgart haben wir knapp die Hälfte des Jahres 2022 damit verbracht, darauf zu warten, dass uns eine Beratungsgesellschaft attestiert, dass wir die Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 schaffen können und nicht erst 2050. Das war verschenkte, unnötig verplemperte Zeit!

Radikale Umkehr statt „Weiter so!“

Zeitenwenden verlangen eine radikale Umkehr, ein Umsteuern im Handeln, nicht nur ein Nachbessern, Korrigieren, Retuschieren. Für Stuttgart bedeutet das neben vielen anderen Maßnahmen: Geplante Großbauprojekte müssen sich nicht nur daran messen lassen, ob sie im späteren Bestand und Betrieb klimaneutral oder –positiv sind, sondern auch im Bau. Andernfalls dürfen sie nicht mehr gebaut werden. Ein “Weiter so!” der Automobilindustrie, insbesondere mit dem Bau von SUVs, darf es nicht geben. Extra ausgewiesene XXL-Parkplätze in der Rathausgarage bei gleichem Parktarif wie für einen “normalen” PKW sind ein verheerendes Signal in die völlig falsche Richtung!

SÖS beschenken

Mit diesem letzten SÖS-Newsletter in 2022 wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern frohe Feiertage und einen guten Rutsch in ein neues Jahr, in dem wir mit SÖS hoffentlich Wege bahnen können, um der Zeitenwende durch den Klimawandel nachhaltig zu begegnen! Beim Schenken freuen wir uns, wenn Sie an SÖS denken und uns jetzt mit einer Spende von 10, 100 oder 1000 Euro bedenken. Ein herzliches Dankeschön!

Ihr/Euer SöS-Redaktionsteam:

Peter Hensinger, Guntrun Müller-Enßlin, Paul Russmann, Gerhard Wick

Spendenkonto SÖS:
SÖS – Stuttgart ökologisch sozial
GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN: DE95 4306 0967 0068 9987 00 BIC: GENODEM1GLS

oder Sie spenden direkt online:

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