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Gemeinsam können wir viel erreichen!

28. Mai 2024

Zur Kommunalwahl am 9. Juni kandidieren auf der SÖS-Liste in Stuttgart gleich drei Aktivist*innen von Fridays for Future unter den ersten zehn Kandidat*innen: Jonathan Heckert auf Platz 4, Oskar Otto auf Platz 6 und Charlotte von Bonin auf Platz 7. In unserem Newsletter erzählen Charlotte, Jonathan und Oskar warum sie bei SÖS mitmachen.

SÖS: Seit wann seid ihr politisch engagiert und bei „Fridays for Future“ aktiv? 

Oskar Otto: Schon als Kind bin ich durch die Straßen gelaufen und wollte immer was verändern. Bei Fridays for Future bin ich von Anfang an mit auf die Straße, bin aber erst im September 2022 in der Ortsgruppe aktiv geworden und seitdem dabei.

Charlotte von Bonin: Ich war vor der Zeit bei FFF schon im Bereich der politischen Partizipation von Jugendlichen aktiv. Im Jahr 2018 habe ich dann mit ein paar anderen die Fridays for Future Lokalgruppe in Stuttgart mitgegründet und aufgebaut. 

Fritz-Bauer-Preis für Klimaklage

Jonathan Heckert: Seit Januar 2019 war ich für ca. 2 Jahre bei Fridays for Future aktiv, und hab mich danach auf ganz vielfältige Weise für Klimagerechtigkeit stark gemacht, beispielsweise als einer der Beschwerdeführer der „Klimaklagen“ vor dem Bundesverfassungsgericht, wofür wir als Beschwerdeführer*innen im vergangenen Herbst den Fritz-Bauer-Preis erhalten haben.

SÖS: Wenn ihr die Lage vor Ort in Stuttgart, im Land und weltweit seht, welche Gedanken gehen euch da durch den Kopf? Was macht euch Mut und was gibt euch Kraft?

Mich besorgt der Rechtsruck

Charlotte von Bonin: Wenn ich die Lage in Stuttgart, im Land, in der Welt betrachte werde ich oft traurig, mache mir Sorgen oder werde sehr wütend. Manchmal werde ich auch resigniert und fühle mich überfordert von dem Haufen an Problemen. Mich besorgt der Rechtsruck, der an so vielen Stellen sichtbar wird, mich besorgen Menschenrechtsverletzungen, Kriege, soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeiten. 

Oskar Otto: Die Lage zurzeit ist sehr beängstigend. Nicht nur gibt es einen riesigen Rechtsruck, sondern auch Konflikte und Kriege nehmen zu. Gleichzeitig eskaliert die Klimakrise, was zu weiteren Konflikten führen wird. Da ist es leicht, den Kopf in den Sand zu stecken und aufzugeben. Doch gerade jetzt ist es so wichtig, sich gegen den Rechtsruck, sich gegen Hass und Hetze zu stellen und sich auf die positiven Visionen zu fokussieren. Denn eine lebenswerte Welt und eine lebenswerte Stadt sind möglich. 

Jonathan Heckert: Natürlich kann man sich bei der aktuellen (welt-) politischen Lage leicht in Frustration versinken. Das ist mir die letzten Jahre auch stark passiert. Aber für mich ist es keine Option, den Kopf in den Sand zu stecken. Ich ziehe viel Kraft daraus, dass ich ganz viele andere Menschen, in Stuttgart aber auch anderswo, sehe, die für eine bessere Welt kämpfen. Diese Gemeinschaft verbindet und gibt immer wieder neue Energie!

Für das mir Wichtige einsetzen

Charlotte von Bonin: Mir macht es vor allem Mut, selbst tätig zu werden, mich mit den herausfordernden Themen immer wieder zu beschäftigen und mich gemeinsam mit anderen Menschen für das einzusetzen, was mir wichtig ist. 

Oskar Otto: Aktivismus für eine bessere Welt macht besonders Spaß, wenn man es zusammen macht. Das gibt mir auch die meiste Kraft. Zu sehen, man ist nicht alleine, sich zu organisieren und zusammen Videos zu drehen oder Streiks zu organisieren.

SÖS: Was hat euch bewogen, in die Kommunalpolitik einzusteigen und für die Wahl bei SÖS zu kandidieren?

Charlotte Bonin: Ich habe bei SÖS angefangen, weil ich immer wieder neue Wege suche, politisch zu gestalten und die Gesellschaft auf dem Weg in Richtung Klimagerechtigkeit zu begleiten. Ich habe bei FFF lange Forderungen an die Politik gestellt, jetzt möchte ich die andere Seite kennenlernen. 

Jonathan Heckert: In den vergangenen Jahren des politischen Engagements habe ich mich viel mit den großen, globalen Themen und Problemen unserer Zeit beschäftigt. Dabei kann man leicht das Gefühl der Selbstwirksamkeit verlieren, das aber wichtig für ein langfristiges Engagement ist. Deshalb habe ich gemerkt, dass sich kommunalpolitisch ganz viele wichtige, wenn auch kleinere Schräubchen drehen lassen, die aber direkte Verbesserungen für die Menschen bzw. Lösungen für Probleme mit sich bringen. 

Fridays for Future kämpfen für eine lebenswerte Zukunft in unserer schönen Stadt

Kommunalpolitik kann Spaß machen

Oskar Otto: Die Arbeit bei FFF und im Jugendrat macht zwar viel Spaß, kann aber auch sehr frustrierend sein. Wir gehen mit tausenden Menschen auf die Straße und haben sogar Gespräche mit einigen Stadträten und dem Oberbürgermeister, es wird jedoch nicht mal das mindeste gemacht, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen und uns eine lebenswerte Stadt zu garantieren. Deswegen will ich nicht mehr einfach nur zuschauen, sondern die notwendigen Maßnahmen selbst in die Hand nehmen. 

SÖS: Wie kommt eure Kandidatur in eurem familiären Umkreis, bei Freund*innen und darüber hinaus an? 

Jonathan Heckert: In meinem Umkreis kommt das durchweg positiv an, wobei auch da viele Menschen mit kommunalpolitischen Themen wenig bis gar nichts anfangen können. Aber ich glaube, ich kann mit meiner Begeisterung zeigen, dass auch Kommunalpolitik Spaß machen kann.

Charlotte von Bonin: In meinem Umkreis waren die Reaktionen auf meine Kandidatur bei SÖS gemischt, viele unterstützen mich und das ist das Wichtigste!

Oskar Otto: Als ich meinen Freund*innen von meiner Kandidatur erzählt, waren die meisten sehr überrascht, aber auch begeistert. Einige haben mich sogar direkt gefragt, wie sie helfen können und viele von ihnen sind jetzt auch am 27./28. April zum Plakateaufhängen dabei.

Aktive Menschen aus allen Generationen

SÖS: Was fasziniert euch an und bei SÖS? 

Jonathan Heckert: An SÖS faszinieren mich die vielen unterschiedlichen Menschen mit ganz vielfältigem Engagement. Es ist keine Partei aus Karrierist*innen, sondern eine Ansammlung an ganz vielen aktiven und engagierten Menschen. Dieser omnipräsente Wille nach Veränderung gibt mir ganz viel Kraft und Energie für mein eigenes Engagement.

Charlotte von Bonin: Ich habe mich für SÖS entschieden, weil ich hier als Aktivistin da sein kann und das mich auch weiter ausmachen darf. Außerdem sehe ich bei SÖS großes Potenzial, Räume zu gestalten, die auf lokaler Ebene echte Veränderungen mit sich bringen. Zudem teile ich die politischen Anliegen von SÖS wie z.B. Klimaanpassung, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutzmaßnahmen. 

Oskar Otto: An SÖS fasziniert mich vor allem, wie nah der Aktivismus auf der Straße und der Parlamentarismus im Gemeinderat verknüpft sind. Außerdem schafft es SÖS wie keine andere Liste, Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit zu verbinden!

Charlotte von Bonin: Ich finde es toll, dass bei SÖS so viele progressiv orientierte Menschen aus unterschiedlichen Generationen mit individuellen Anliegen zusammenkommen. So können sich die Erfahrungen und Anliegen gegenseitig ergänzen, inspirieren und bereichern.

Präsens beim Plaktieren, auf Instagram und TikTok

SÖS: Wie bringt ihr euch jeweils persönlich in den Wahlkampf ein? 

Charlotte Bonin: Aktuell arbeite ich mit in der Social Media AG von SÖS. Wir drehen kleinere Videos für Instagram und TikTok. 

Ich möchte mich zudem einbringen beim Sammeln von Unterschriften für das Bürgerbegehren, welches sich für den kostenlosen ÖPNV einsetzt. Außerdem werde ich beim Plakatieren mitwirken, mich auf Social Media weiterhin sehen lassen und bei Veranstaltungen unterstützen, wo ich kann. 

Oskar Otto: Neben den klassischen Dingen wie Plakate aufhängen, Flyer verteilen oder Infostände betreuen, werde ich versuchen, durch Aktionen zu zeigen, wie eine lebenswerte Stadt aussehen könnte. Außerdem bin ich Mitinitiator des Bürgerbegehrens Bus und Bahn kostenlos, was natürlich auch eins der Hauptwahlkampfthemen sein wird.

Jonathan Heckert: Mit Oskar und Charlotte zusammen produziere ich ganz viel Content für die sozialen Medien, die gerade für unsere Altersgruppe natürlich ein wichtiges Informationsmedium sind. Und mit einigen anderen Menschen zusammen habe ich viel Arbeit in unser Wahlbüro gesteckt, das jetzt zu einem Treffpunkt für alle SÖSler*innen, Unterstützer*innen und Interessierte geworden ist. Aber auch etwas weniger spaßige, organisatorische Dinge müssen natürlich erledigt werden!

SÖS: Und was sagt ihr anderen gleichaltrigen Menschen, warum sie euch persönlich wählen und weshalb sie überhaupt zur Kommunalwahl gehen sollen?

Charlotte von Bonin: Die Kommunalwahl ist in meinen Augen eine der wichtigsten Wahlen, da wir die Folgen der politischen Entscheidungen direkt zu spüren bekommen, und weil sehr viele wichtige richtungsweisende politische Veränderungen aus den Kommunen kommen. 

Diese Stadt gehört uns und nicht den Autokonzernen!

Gut wählbar für Menschen unter 25 

Oskar Otto: Im Gemeinderat sitzt keine Person unter 25 Jahren, dabei ist jede vierte Person in Stuttgart 25 oder jünger! Das spiegelt sich auch in der Politik wider und viele junge Menschen fühlen sich nicht abgeholt. Das merke ich auch, wenn ich mit Gleichaltrigen spreche, gleichzeitig freut es sie natürlich auch, dass sie jemanden wählen können, der sich für ihre Themen und Perspektiven einsetzt. Und ich bin auch zuversichtlich, dass ich das Vertrauen der meisten Jugendlichen habe, denn bei der Jugendratswahl 2023 wurde ich in den Jugendrat West mit den meisten Stimmen reingewählt.

Charlotte Bonin: Mich sollten Gleichaltrige wählen, weil ich für Klimagerechtigkeit, feministische Perspektiven und ein zukunftsfähiges Stuttgart stehe. Mir ist es ein Anliegen, dass es allen Bewohner*innen der Stadt in Zukunft gut geht, dass die Stadt ein Ort wird, der lebenswert und gesund für alle ist, und an dem sich alle sicher fortbewegen können. 

Jonathan Heckert: Meinen gleichaltrigen Mitmenschen sage ich, dass sie grundsätzlich wählen gehen sollen, denn das ist der wichtigste Schritt, um gegen die AfD aufzustehen! Aber natürlich mache ich ihnen auch klar, was für wichtige Entscheidungen im Gemeinderat getroffen werden, und dass es daher auch enorm wichtig ist, dass die Interessen von uns jungen Menschen vertreten werden – dafür bin ich dann natürlich eine gute Wahl! 😉

SÖS: Was wollt ihr zuerst bei einer Wahl in den Gemeinderat anpacken?

Bus und Bahn kostenlos

Oskar Otto: Eins meiner Herzensthemen, weshalb wir auch das Bürgerbegehren ins Leben gerufen haben, ist der kostenlose Nahverkehr. Das ist, zusammen mit konsequentem Klimaschutz, das erste, wofür ich mich einsetzen will …

Jonathan Heckert:  … den ÖPNV in Stuttgart kostenlos anbieten. Eine einfache, schnell umsetzbare Maßnahme, die alle Stuttgarter*innen finanziell entlastet und gleichzeitig die klimafreundliche Mobilität fördert. Ökologisch und sozial eben!

Charlotte von Bonin: Ich möchte, dass Fahrradfahrer*innen sich ohne Lebensgefahr in der Innenstadt bewegen können, dass die Unfallgefahr mit Fußgänger*innen minimiert wird und dass der ÖPNV attraktiver wird. Für dieses Ziel braucht die Arbeit im Gemeinderat den Aktivismus auf den Straßen und andersherum. 

SÖS: Wie seht ihr das Verhältnis zwischen Aktivismus auf der Straße und Lobbyismus im Stuttgarter Gemeinderat?

Jonathan Heckert: Für mich sind Aktivismus auf der Straße und politisches Engagement in Parlamenten zwei wichtige politische Wege, Dinge zu verändern. Und das eine kann nicht ohne das andere. Denn politische Stimmungen entstehen auf der Straße und der Druck von der Straße ist wichtig damit sich in den Parlamenten Dinge bewegen. Deshalb ist es uns von SÖS auch wichtig, viele verschiedene aktive Menschen in den Gemeinderat zu bringen. Denn so entsteht eine bessere Verbindung von den Menschen zu den Mandatsträger*innen. Und das sorgt dafür, dass das Gefühl von „wir“ gegen „die da oben“ schwächer wird – und unsere Demokratie stärker!

Charlotte von Bonin: Gemeinsam können wir viel erreichen!

SÖS: Was macht euch neben dem politischen Engagement noch Spaß und Freude?

Eine Bereicherung für mein Leben

Jonathan Heckert: Zum Ausgleich fahre ich mit dem Rennrad durch meine Heimat – das Remstal, oder erklimme luftige Höhen beim Klettern. Aber auch die Musik bereitet mir viel Freude. Sowohl beim selbst spielen, aber ich gehe auch viel zu klassischen Konzerten in der Liederhalle. Stuttgart hat ja gleich drei großartige Orchester zu bieten!

Oskar Otto: Neben dem politischen Engagement macht mir vor allem der Sport Spaß. Ich habe zehn Jahre lang bei der SG West Fußball gespielt und trainiere seit 5 Jahren auch eine kleine Jugend. Der Sport ist ein guter Ausgleich zum politischen Engagement. Ansonsten treffe ich mich natürlich auch sehr gerne mit Freund*innen und gehe am Wochenende gerne feiern.

Charlotte von Bonin: Ich liebe es zu Tanzen, zu klettern, mit den Katzen von meinen Eltern zu knuddeln und Bücher zu lesen. Am liebsten mache ich das draußen, wenn es wärmer wird und die Vögel singen. Das macht mich glücklich. Außerdem verbringe ich gerne Zeit mit meinen Freund*innen und mit meiner Familie, die eine echte Bereicherung für mein Leben sind. 

Herzlichen Dank für eure Antworten. Das Interview führte Paul Russmann für die SÖS-Redaktion.

Bilder: SÖS, Wikipedia, Fridays for Future 


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