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Klima, Mensch und Umwelt konsequent schützen!

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Stuttgart soll bis 2035 klimaneutral werden. Dieser Beschluss ist auch ein großer Erfolg von SÖS. Ebenso kam der Impuls für den Stuttgarter Bürgerrat Klima aus SÖS. Dieses repräsentativ ausgeloste Gremium hat im Frühsommer 2023 Empfehlungen für eine klimaangepasste Mobilitäts- und Wärmewende erarbeitet.

SÖS will alle bisherigen und neuen Gemeinderatsbeschlüsse unter Klimavorbehalt stellen. Entscheidungsgrundlage aller Entscheidungen muss der Energie- und Ressourcenverbrauch sein. Deswegen fordern wir ein starkes Klimareferat für die strategische Steuerung.


Stuttgart: Hotspot der Hitzewellen

Auch Stuttgart muss sich auf deutlich mehr Extremwetter einstellen. Laut Studie rechnen Experten im Jahr 2050 mit bis zu 50 Prozent regenreicheren Wintern und deutlich mehr Starkregen. Gleichzeitig werden sich die Hitzetage mit über 30 Grad Celsius mehr als verdoppeln. Die Kessellage macht Stuttgart zu einem Hotspot der Hitzewellen, weil alle verdichteten Baumaterialien die Wohnviertel zu Glutöfen machen können.

Großprojekte wie S21 und der geplante Abriss der Hanns-Martin-Schleyerhalle und der Neubau einer noch größeren Arena ist auch unter klimatischen Aspekten verheerend. In Deutschland entstehen jedes Jahr 230 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle, was 55 Prozent des gesamten deutschen Abfalls ausmacht. SÖS fordert ein Abriss-Moratorium: Statt Abriss und Neubau stehen wir für Erhalt, Sanierung, Umbau und Weiterbauen im Bestand. Jeder Abriss bedarf einer Genehmigung unter der Maßgabe des Gemeinwohls, also der Prüfung der sozialen und ökologischen Umweltwirkungen. 

Stuttgart wetterfest machen

Nur eine klimaangepasste Stadt ist eine lebenswerte Stadt: Wir wollen Stuttgart wetter-, hitze- und regenfest machen. Wir setzen uns ein für den Erhalt und Ausbau von Kaltluftschneisen und Parks. Der Stuttgarter Wald mit seinen Tieren und Pflanzen muss geschützt, Grünflächen insektenfreundlich gestaltet werden. Die wertvollen Stuttgarter Ackerflächen sind zu bewahren.

Klimaanpassungsmaßnahmen funktionieren im Wesentlichen nur bis zu einer globalen Temperaturerhöhung von 2 Grad Celsius. Erforderlich ist daher der rasche Umbau zur Schwammstadt. Bauen auf der grünen Wiese muss tabu sein, weil Stuttgart wie alle großen Städte als Hitzeinsel wirkt, ein Effekt, der sich im Talkessel weiter verschärft.

Für eine blau-grüne Oase

Das Zubauen von Frischluftschneisen und Kaltluft-Entstehungsgebieten ist zu vermeiden. (Stichwort: Rosensteinviertel). Am tiefsten Punkt der Stadt einen unterirdischen Bahnhof zu bauen ist angesichts zunehmender Starkregengefahr weder durchdacht noch zielführend.

Wir sind für eine umfassende Begrünung von Fassaden und Dächern, die Entsiegelung von Flächen und wollen deutlich mehr schattenspendende Bäume in unseren Straßen. Kurz wir wollen Stuttgart zu einer grün-blauen Oase machen, die den Regen für trockene Zeiten speichert statt direkt in die Kanalisation zu leiten.

Vermeiden, Verringern, Verbessern

Unser Motto beim Energie- und Ressourcenverbrauch lautet: vermeiden, verringern, verbessern. Wir brauchen den weiteren Ausbau bestehender Fernwärmenetze und die Einrichtung und Förderung von Nahwärmenetzen. Wir müssen innerorts regenerative Kraftwerke platzieren sowie optisch ansprechende Wärmespeicher, welche in der Heizperiode die im Sommer gesammelte Wärme zur Verfügung stellen.

All diese Maßnahmen sind bekannt, bewährt und bezahlbar. Wichtig ist auch, nicht alleine den Technikern und Planern das Feld zu überlassen, sondern immer auch eine soziale Verträglichkeit insbesondere für Mieter:innen der SWSG-Wohnungen sicherzustellen.

Investitionen für die Wärmewende

Mit einer Investitionsoffensive für energetische Sanierung und Wärmenetze soll der Gebäudebestand klimafreundlich gemacht werden. Wir wollen eine quartiersbezogene Energieberatung aufbauen, um Privatpersonen bei Gebäudesanierung und Energiewende besser zu unterstützen.

Alle nicht denkmalgeschützten Gebäude mit einem Heizwärmebedarf über 70 kWh/qm/a müssen wärmegedämmt werden. Die Nutzung von Kohle, Gas und Öl muss stufenweise reduziert bzw. eingestellt werden. Nahezu sämtliche Gebäude, auch und gerade die der privaten Investoren sowie die gewerblich genutzten, müssen künftig mittels Photovoltaik oder Solarthermie Energie produzieren.

Auch in Gebieten, in denen sich keine Wärmenetz lohnt z.B. an den Stuttgarter Hängen, dürfen die Menschen nicht alleine gelassen werden. Es braucht umfangreiche Beratungs- und Förderprogramme von Seiten der Stadt.

Stuttgart klimagerecht

Unser Ziel: Strom und Wärme werden zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt.

Wir fordern auf dem Weg zu einer klimagerechten und klimaangepassten Stadt:

  • Ein Klimavorbehalt bei allen Beschlüssen: Mit uns gibt es kein Weiter so bei Wachstum und Großprojekten.
  • Ein starkes Klimareferat zur strategischen Steuerung: Den Energie- und Ressourcenverbrauch zu verringern und zu vermeiden muss zur Entscheidungsgrundlage aller Gemeinderatsbeschlüsse werden.
  • Ein Monitoring, welches die Fortschritte der Klimaschutzziele regelmäßig abbildet und ein Gremium mit weitreichenden Befugnissen, welches bei Nichterreichen von Zwischenzielen eingreifen kann.
  • Stadtwerke, die zusammen mit den dezentralen Bürger:innenkraftwerken zu 100 Prozent klimaneutralen Strom und Wärme für alle Stuttgarter: innen produzieren.
  • Eine aufsuchende, quartiersbezogene, Energie- und Klimaanpassungsberatung in allen 23 Stadtbezirken und den Ausbau der dazugehörigen Förderprogramme.
  • Entsiegelung von Straßen, Parkplätzen und Hinterhöfen und deren weitest gehende Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern oder urban gardening. Wo dies nicht möglich ist: Ersetzen des Bodenbelages durch wasserdurchlässige Systeme.
  • Wir setzen auf eine nachhaltige Mobilitätswende mit der Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (E-Autos sind keine Lösung!) zugunsten von ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr.
  • Wir fordern einen adäquaten Umgang der Stadt mit den Empfehlungen des Bürgerrats Klima.

Kontaktpersonen für Klima:

Andrea Schmidt

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